Deutsche Vereinsmeisterschaft U12
Nur wer hoch fliegt, kann auch tief fallen

Nach vier unfassbar intensiven Schach-Tagen in Magdeburg sind wir alle enttäuscht. Am Ende landeten wir wie schon vergangenes Jahr auf dem 12. Platz. Das ist rein von der Platzierung her kein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind. Aber: Die sportliche Leistung spiegelt sich vor allem bei Kindern nicht immer in der Platzierung wider. Was wir positiv mitnehmen: Wir hatten ein Spiel um Platz 1. Wir hatten ein Spiel um Platz 2. Wir hatten ein Spiel um Platz 3. Wir hatten ein Spiel um Platz 4. Wir hatten ein Spiel um Platz 6. Wir hatten die stärksten Gegner. Leider, und das gehört auch zur Wahrheit dazu, haben wir diese Spiele verloren. Und das unfassbar knapp. Wie es dazu kam:

Tag 1: Perfekter Start

Zweiter Weihnachtsfeiertag, eigentlich Zeit für Weihnachten im Kreise der Familie - von wegen. Achteinhalb Stunden Zugfahrt standen von Trier nach Magdeburg an. Am Abend dann die Auslosung der ersten Runde, wir gegen Landskrone. Also ein rheinland-pfälzisches Duell und wir zeigten direkt, wohin die Reise gehen sollte: 4-0 Sieg, ein klares Statement zum Turnierbeginn. In der Nachmittagsrunde ging es dann gegen Gründau, den hessischen Verein kannten wir noch von der Mitteldeutschen Vereinsmeisterschaft. Das tat uns offensichtlich gut, denn mit 3-1 beendeten wir den ersten Turniertag ungeschlagen auf Platz 1. Hier der ausführliche Bericht vom ersten Turniertag. 

Tag 2: Topspiel und Pflichtsieg

Mit dem Hamburger SK hatten wir die mit Abstand schwerste Aufgabe. Maxi, Matteo, Tillmann und Hoa standen aber ihren Mann. Erst um 13 Uhr war die letzte Partie vorbei: Hao verliert, Tillmann gewinnt. Maxi verliert, Matteo...Remis. 1,5-2,5. Was uns auch der Gegner bescheinigte, wovon wir uns aber leider nichts kaufen können: Ein Unentschieden wäre leistungsgerecht gewesen. Nach nur einer halben Stunde Pause ging es dann gegen Vaterstetten und auch diese Runde hatte einige verrückte Wendungen für uns bereit. Wir waren deutlicher Favorit und gingen schnell mit 1-0 in Führung. Durch einen Aussetzer sah es an Brett 4 für uns aber auf einmal düster aus und an den vorderen beiden Brettern standen wir zumindest nicht eindeutig auf Gewinn. Am Ende ging aber alles gut, wir siegten doch noch deutlich mit 3-1. Wir waren mehr als auf Kurs und beendeten den Tag auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung. Hier der ausführliche Bericht vom zweiten Turniertag.

Tag 3: Doppeltes Finale

Nach Hamburg hatten wir mit den Schachzwergen Magdeburg nun auch den zweitstärksten Gegner am Brett. Der Plan war, an den vorderen Brettern dagegenzuhalten und hinten die Punkte zu holen. An den ersten beiden Brettern holten wir ein wenig unerwartet 1,5 Punkte, dafür ging hinten alles schief. Also wieder: 1,5-2,5. War das bitter. Auch der nächste Gegner hatte es in sich: Die SG Porz war DWZ-mäßig knapp hinter uns angesiedelt und hatte nur gegen die starken Hamburger und Dresdner verloren. Die Runde hatte ein Déjà-vu für uns bereit: Nachdem Brett 1 und 2 fertig waren, stand es 1-1. Brett 1 ging Remis aus. Dann kam es, wie es nach den bisherigen Runden kommen musste. Die dritte 1,5-2,5 Niederlage. Hier der ausführliche Bericht vom dritten Turniertag. 

Tag 4: Kein Glück und Pech

Am letzten Tag ging es gegen TU Dresden zwar nicht mehr um das Treppchen, aber noch um eine positive Bilanz und einen versöhnlichen Turnierabschluss. Mit der Leistung waren wir sehr zufrieden. Mehr Punkte wären verdient gewesen, aber mit einem Sieg in der letzten Runde wäre eine gute Platzierung auf jeden Fall möglich gewesen. Doch in der letzten Runde kam noch einmal alles zusammen. Zwei schnell Remis und eine Niederlage. Dann musste die letzte Partie bis zum bitteren Ende ausgespielt werden. Für die Mannschaft spielte Maxi auf Sieg. Er musste die Stellung überziehen, um die Mini-Chance auf zumindest das Mannschaftsremis zu wahren. Das schlug gegen den zweitstärksten Spieler der Meisterschaft, Ruben Lutz (DWZ 1960) fehl, sodass am Ende ein 1-3 stand. Das bedeutet am Ende den 12. Platz und riesige Enttäuschung bei uns. Für einen positiven Abschluss sorgte dann die Ehrung der Brettmeister: Mit 5/7 holte Matteo Metzdorf die meisten Punkte am zweiten Brett. Mit der Leistung unserer gesamten Mannschaft mussten wir uns vor niemandem verstecken. Maxi Felten hielt an Brett 1 die teilweise deutlich stärkeren Gegner grandios in Schach, Tillmann Marschall spielte eine überragende erste Turnierhälfte und Hao La schlug sich auf seiner ersten Deutschen Meisterschaft mehr als achtbar. Wie nah wir dran waren, zeigt ein Blick auf die Endplatzierungen unserer Gegner: Wir haben gegen den Ersten, Zweiten, Vierten und Sechsten gespielt und drei Mal mit dem knappsten möglichen Ergebnis verloren. Viel Zeit zum Nachtrauern haben wir nicht, denn Anfang Januar steht schon die Rheinland-Einzelmeisterschaft an. 

Hier noch die Endtabelle der Deutschen Vereinsmeisterschaft U12. 
Unser Jugendleiter Wolfgang Langer macht nicht nur jeden Tag einen grandiosen Job, sondern er hat sich auch vor der Kamera gestellt:
Das Video-Interview vor Turnierstart.
Der Turniermodus wird erklärt.
Das Video-Interview nach dem ersten Tag.
Das Video-Interview nach dem zweiten Tag.

Hier die Bilder-Galerie zur Deutschen Vereinsmeisterschaft 2017.