Weltklasse am beim Heimspiel
Start mit Pannen, erfolgreiches Ende


Die Gastgeber aus Trier erwarteten zum einzigen Heimwochenende der Saison am 19./20. November die Gäste aus Hockenheim und Griesheim. Am Samstag traf unsere Mannschaft auf das Team aus Hockenheim, sonntags ging es gegen Griesheim. Die SG Trier stand nach den ersten beiden Saisonspielen mit zwei Mannschaftsremis bei genau 50%iger Punkteausbeute, Hockenheim war mit zwei Siegen in der Spitzengruppe und Griesheim war - wie auch unser Reisepartner Aachen - mit zwei Niederlagen weniger erfolgreich in die Saison gestartet.

Aufstellung mit Autopanne

Die Runde gegen Hockenheim begann mit einer Improvisation: Der junge IM Felix Graf meldete sich kurzfristig wegen einer Autopanne ab, weshalb Dietmar Kolbus als Ersatz einspringen musste. Leider verschob sich dadurch die Teamaufstellung, sodass Rüdiger Seger die viel schwierigere Aufgabe hatte, mit den schwarzen Steinen an Brett 7 spielen zu müssen. Optimistisch konnten die Trierer für Brett 1 sein, denn Wassili Iwantschuk (ELO 2723) spielt seit 30 Jahren in der Weltspitze mit und ist damit mit allen Wassern auf höchster Ebene gewaschen. Dennoch war Hockenheim ingesamt  mit einer Durchschnittsspielstärke von über ELO 2600 klarer Favorit und an allen Brettern höher bewertet mit Ausnahme von Brett 1. Die Niederlage von Rüdiger Seger an Brett 7 konnte Iwantschuk an Brett 1 ausgleichen, während die anderen Trierer Bretter ein Remis nach dem anderen buchten. Zum Schluß spielten noch der für Trier gemeldete Mathematiker Dr. Stewart Haslinger und der gebürtige Hockenheimer Dennis Wagner an Brett 4.
Nach einer guten Eröffnung mit leichten Vorteilen für den Trierer drehte sich die Partie im Mittelspiel zugunsten des Hockenheimers, der in den komplizierten Wirren des taktischen Durcheinanders die Oberhand behielt und den dort erzielten Vorteil konsequent im Endspiel verwertete. Insgesamt konnte so Hockenheim einen knappen 4.5-3.5 Sieg gegen Trier erzielen.

Zähe Spiele am Sonntag

In der Sonntagsrunde gegen Griesheim war Trier der klare Favorit mit deutlichen Wertungsvorteilen an allen Brettern. Felix Graf rutschte wieder ins Team, nachdem er am Samstagnachmittag die Reise nach Trier alternativ mit der Bahn antreten konnte. Iwantschuk an Brett 1 zerlegte seinen Gegner in einer kurzen Glanzpartie und nahm sich anschliessend noch eine Stunde Zeit, seinem Gegner alle Feinheiten der Partie mitzuteilen. Wer Gelegenheit hatte, sich diese Meisterlektion anzuschauen, wird noch lange davon berichten können. Wer mitreden möchte: Hier geht's zur Partie. Zur Betrübnis des Trierer Teams unterlag postwendend Felix Graf an Brett 4 seinem aufstrebenden polnischen Gegner. Der Trierer spielte ein sehr wagnisreiches Bauernopfer mit Schwarz, welches in der Theorie bereits bekannt ist, aber schwierig zu spielen ist: Es geht mit der Verpflichtung einher, in einer sehr komplizierten und schwierigen Stellung die einzigen richtigen Züge mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks zu finden. Diesen sehr hohen Erwartungen konnte Felix Graf dieses Mal nicht gerecht werden und daher folgte nach einigen Ungenauigkeiten die Niederlage. Der Rest des Wettkampfes blieb dann relativ lange ausgeglichen, sodass die Trierer Teamleitung sich schon Sorgen machen musste, ob es überhaupt etwas werden würde mit dem Teamsieg.

Zum Glück konnten Lukasz Cyborowski (ELO 2526 gegen Julius Grimm, ELO 2288) und Pawel Jaracz (ELO 2477 gegen Ronald Koehler, ELO 2282) ihren Favoritenrollen gerecht werden und die vollen Punkte buchen. Endergebnis: 5-3 für Trier gegen Griesheim. Insgesamt war dies eine weit zähere Veranstaltung als von der Trierer Teamleitung erhofft.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, daß Iwantschuk Schach auf Weltklasseniveau gezeigt hat und das Trierer Team die Erwartungen für das Wochenende erfüllt hat. Ein großer Dank gebührt unserem Vereinsmitglied Johannes Magar, der die Räumlichkeiten in der Europäischen Rechtsakademie organisierte und dadurch maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat.

Es berichtete: Stefan Müllenbruck, Mannschaftsführer der Bundesliga-Mannschaft

Die Ergebnisse des Wochenendes und der vergangenen Runden finden sich hier, die Tabelle hier